Manchmal denkt man sich, jetzt ist schon wieder ein Jahr vorbei, ja – weil man vielleicht das Glück hatte, das kaum was passiert ist, alle gesund um einen rum sind. Natürlich hier und da gab es mal stressige Wochen in der Arbeit oder ein Grillfest jagte im Sommer das andere. Kaum war die Grillsaison vorbei, kam schon wieder ein runder Geburtstag. Dann aber gibt es wieder Jahre, bei denen man sich denkt, dieses Jahr hätte in 5 Jahre gepasst. Die Oma ist gestorben, die Jüngste hat das erste Kind bekommen und die lieben Nachbarn sind weggezogen, mit denen man die Jahre vorher noch nett im Sommer auf der Terrasse gesessen ist und im Winter zusammen die Straße geräumt hat, wenn Schnee lag. Besonders wenn jemand plötzlich nicht mehr da ist oder nicht mehr so geistig kann, wie man es von ihm kannte, ist das nicht so ganz einfach. Man macht sich Gedanken; hätte ich mal damals mehr Zeit gehabt und die andere Seite war ja auch sehr oft da und nahm sich Zeit. Es ist niemals einfach, es sich selbst recht zu machen und sich zu beweisen, dass man alles richtig gemacht hat.

 

Es bleibt immer im Raum ein Satz stehen: Ich hätte mehr tun können.

Vor ein paar Tagen fragte auf Twitter jemand, ob andere das auch haben: die Vergangenheit Revue passieren zu lassen und über alte Entscheidungen nachzudenken? Ich denke mal, vergangene Entscheidungen sind entschieden, man wird aber im Normalfall aus ihnen lernen und in der Zukunft bessere oder andere Entscheidungen treffen.Ich habe viele Jahre über Entscheidungen nachgedacht. Für mich sah es immer so aus wie eine Weggabelung und einen Weg muss man gehen. Man kann stehen bleiben, doch irgendwann geht man doch in eine Richtung. Diese Richtung muss man dann mit allen Konsequenzen gehen. Oft denkt man, man ist irgendwie ganz allein, doch das stimmt nicht so ganz. Es sind immer Menschen da, die unterstützen und helfen. Jedoch können die Anderen einem die Entscheidung nicht abnehmen. Aber es hilft offen zu sein, um zu sehen und zu verstehen. Das Leben bietet für jeden Einzelnen in seinem Umfeld und in der Gesellschaft seine Hürden. Dies lernt man nicht in der Schule; das kann man vielleicht auch nicht lernen, weil jedes Leben individuell ist. Egal ob man dreißig, vierzig oder älter seid, es wird immer neue Herausforderungen geben. Was sich ändert, ist man selbst.

 

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